Diagnose Hufrehe
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Diagnose: Hufrehe | Pferde

Hufrehe – als Pferdemensch kennt man dieses Wort nur allzu gut, man hört es immer wieder und kennt vielleicht sogar das ein oder andere betroffene Pferd. Gerade im Frühjahr, wenn das Graß schön sprießt, ist man dann besonders vorsichtig und denkt aber insgeheim, uns wird es sicher nicht treffen, das Pferdchen ist ja so robust.

Ein kurzer Disclaimer: wie du sicherlich schon bemerkt hast, geht es hier um eine Pferdekrankheit und damit um das Thema Pferde. Ich werde in Zukunft unter der Kategorie „Pferde“ auch öfters von und um meine Pferde herum berichten. Einfach, weil sie einen sehr großen Teil meines Lebens darstellen und ich auch hier hin und wieder gerne mal was loswerden möchte. Wenn dich das Thema nicht interessiert, dann stöbere doch einfach in der Zwischenzeit in meinen anderen Posts herum, du kannst natürlich auch hier weiterlesen, das würde mich unglaublich freuen!

Still war´s hier mal wieder. Leider unter anderem aus diesem einen, weniger erfreulichen Grund. Mein Isländer Lettir, hatte Anfang Juli einen Rehe Schub.

Hufrehe

Was genau ist Hufrehe?

Bei der Hufrehe handelt es sich, wie der Name schon verrät, um eine Erkrankung des Hufes. Genauer ist es eine Entzündung der Huflederhaut, die bei Nicht- oder falscher Behandlung durchaus schwere Folgen für das Pferd/Pony haben kann. Dabei kann sich zudem das Hufbein drehen und/oder absenken und somit durch das Horn durchbrechen. Inzwischen gilt die Krankheit, nach der Kolik, als zweithäufigste Todesursache von Pferden. Bei der Hufrehe gibt es unterschiedliche Ursachen und Auslöser.  (vgl. Hufglück)

Die Futterrehe

Hierbei geht man von einer einmaligen Aufnahme von einseitigen Nährstoffmengen. Früher (und auch heute noch recht weit verbreitet) ging man dabei von großen Mengen Eiweiß als Auslöser aus. Heute stehen allerdings auch große Mengen von Kohlehydraten als Auslöser in Diskussion. (vgl. Dr. Susanne Weyrauch)

Die Belastungsrehe

Auslöser für die Belastungsrehe kann beispielsweise eine überreizte Huflederhaut sein – die Entzündung entsteht durch Überlastung der Hufe. „Nicht selten entwickelt sich schleichend aus einer vermeintlich harmlosen ‚Fühligkeit‘ eines unbeschlagenen Pferdes eine Hufrehe.“ (vgl. Dr. Susanne Weyrauch)

Die Vergiftungsrehe

Bei dieser Form der Hufrehe können Giftpflanzen, Medikamente, schimmliges Futter/Silage entstehen.

Es ist wohl anzunehmen, dass besonders Pferde mit starken Spurenelementmängeln anfälliger für die Hufrehe sind. (vgl. Dr. Susanne Weyrauch)

Neben den genannten „Varianten“ der Hufrehe gibt es noch die Geburtsrehe und die Hungerrehe. Auf diese werde ich aber nicht weiter eingehen. Mehr Informationen dazu findest du auf der Seite „Hufrehe Behandlung“.

Lettir hat Hufrehe

Alles fing damit an, dass Lettir auf (zunächst) einem Vorderbein zu Lahmen begann. Die Tage davor ging er auch langsam schon „fühliger“ – weshalb ich schon auf der Suche nach Hufschuhen war, um ihn so zu unterstützen und das Gehen auf Schotter etc. angenehmer zu gestalten – er war immer schon leicht fühliger im Vergleich zu Gypsy.

Dann kam aber die Lahmheit. Da dachte ich dann erstmal nur an ein Hufgeschwür, der Gedanke, es könnten Hufrehe sein, schlich sich kurz mit ein, war dann aber auch sofort wieder weg. Als nach einer Zangenprobe keinerlei Reaktion von ihm kam und nachdem meine Hufpflegerin sich ihn anschaute, war der Verdacht, dass es sich doch um Hufrehe handeln könnte, sehr stark.

Knapp Zwei Tage danach kam der Tierarzt zum Röntgen. Nach einer kurzen äußerlichen Untersuchung meinte dieser noch, dass man wahrscheinlich auf den Bildern noch nicht viel sehen würde. Doch die Röntgenbilder waren eindeutig. Es waren bzw. sind beide Vorderhufe betroffen und auch in etwa gleich schwer.

Das war natürlich erstmal ziemlich ernüchternd, doch war ich auch wirklich froh, direkt zu wissen was Sache ist.

Und dann ging es los mit der Therapie der Hufe

Lettir bekam direkt, wieder knapp zwei Tage später, eine Behandlung unserer Hufpflegerin und diese silikonartigen Polster unter die Hufe. Diese Polster werden mit Tape fixiert und darüber trägt er 24/7 Hufschuhe. Damit das auch alles an Ort und Stelle bleibt. Dass nichts scheuert, trägt Lettir solche feinen Strümpfe – das funktioniert wirklich sehr gut. Anfangs hatte er die Schuhe nur so drauf und da kamen, nach wenigen Tagen, schon die ersten Anzeichen von Scheuerstellen oberhalb des Kronrands.

Die Hufschuhe hab ich per Ebay-Kleinanzeigen neu – aber um einiges günstiger – gekauft und sie waren schneller da, als der Premium-Versand des marktführenden US-amerikanischen Onlineversandhändlers. Meinen größten Dank an dieser Stelle an den unglaublich zuverlässigen Verkäufer!

Dieses kleine Polster muss alle 4 Wochen erneuert und an den sich verändernden Huf angepasst werden. Man sieht jetzt schon sehr schön, wie der Huf nun in einem anderen Winkel runter wächst.

Mit dem kommenden Matschwetter werden wir (sehr wahrscheinlich) in ein Paar Wochen allerdings auf Klebehufeisen aus Kunststoff umsteigen. Die Hufschuhe funktionieren dennoch sehr gut, bei diesen ist bisher es auch kein Problem, sie dauerhaft drauf zu lassen. Sie sitzen sehr gut und Lettir scheint auch ganz gut mit ihnen zurecht zu kommen. Natürlich leidet das Material unter der ständigen Benutzung. Aber dafür, dass er sie nun schon ganze 3 Monate non-stop trägt, kann man sich wirklich nicht beklagen!

Equine Fusion Hufschuh -Hufrehe

Hufrehe – Besserung in Sicht

Bisher verlief alles sehr gut und wir haben inzwischen wieder mit dem Regenerations-/Wiederaufbautraining, in Form von kleinen Schrittrunden, begonnen. Bisher verläuft alles auch wirklich sehr gut, wobei ich doch ein kleiner Angsthase bin und mir wahrscheinlich zu viele unnötigen Sorgen mache.

Was in unserem Fall der Auslöser für die Hufrehe war, kann niemand mit Sicherheit sagen. Persönlich denke ich, dass es sich durchaus um die Belastungsrehe handeln könnte. Die Definition dieser passt recht gut zum anfänglichen Verlauf der Krankheit. Allerdings habe ich mich bisher leider nur oberflächlich in dieses äußerst komplexe Thema einlesen können.

Sowohl Tierarzt, als auch meine Hufpflegerin sind jedoch der Meinung, dass es die Futterrehe ist. Was durchaus auch Sinn machen würde. Zudem hat Lettir ja auch noch immer etwas zu viel auf den Rippen. Wirklich 100% sicher kann es mir aber niemand sagen. Die tatsächliche Ursache herauszufinden ist wohl auch nur in den seltensten Fällen möglich. Ich für meinen Teil habe hier volles Vertrauen in meine Hufpflegerin, die sich auch in diesem Gebiet spezialisiert hat und so einiges an Erfahrung mit Rehe-Patienten mitbringt. Ich bin auch wirklich sehr dankbar sie unterstützend an meiner Seite zu haben!

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